türen

Immer, wenn du bei Regen vor meiner Tür gestanden warst, da habe ich dich reingelassen.
Hinein in mein Haus, mein Haus aus von Hand einzeln aufeinander gestapelten Steinen, dem nach Holz riechenden Gebälk. An meinen Kamin, in dem ein Feuer brennt, das ich allein instand halte, damit sich jemand daran wärmen kann, damit du dich daran wärmen kannst, denn sonst kommt ja niemand an meine Tür. Außer dir. Ich halte das Feuer am Brennen – trotz allem – werfe Holzscheite hinein; wenn sie alle sind, dann nähre ich es mit Stücken von mir selbst: zuerst meine Kleidung, bis ich nackt bin – so, wie du mich sehen kannst – dann meine Haare, die sich kräuseln und verglühen. Wenn nichts mehr übrig ist, dann mich selbst, mein Herz brennt gut. Es hatte genug Zeit, um zu Kohle zu werden, aber es brennt gut, gerade deswegen wahrscheinlich.

Aber wenn ich an deine Tür klopfe, dann bleibt sie zu und die Pfützen strecken sich nach unten und das Wasser steigt mir bis zu den Wimpern, bis es mich ganz bedeckt, damit sich meine Haare unendlich langsam in der Strömung wiegen können, wie deine Finger in meinen Haaren sich anfühlen würden, wenn sie jemals reingegriffen hätten.

Irgendwann fließt das Wasser jedoch ab und meine Tür bleibt fortan verschlossen.

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