ich trenne mit einem Grashalm
die Dämmerung vom Horizont
löse ab von ihm deinen Atem und
hole ihn herab
streiche ihn in ein Glas mit Schraubverschluss
damit ich dich immer singen hören kann
wenn ich alles habe
und nichts möchte
wenn alles bleibt und
nichts mehr umschlägt
in Sturmflut aus Laut und Rauschen
der Himmel weitet sich
und ich greife hinein
zieh in runter unter Wetterleuchten inmitten all der Stille
und schlinge ihn um mich selbst
um Nachsicht bittend
und alles passt
in diesem Augenblick
der um mich streicht und
mir die müde Haut kühlt
um seiner selbst Willen
und mir kommt der Gedanke
dass ich niemals von hier weg will
mit allem was wir haben
und ich schätze
das wird niemals anders sein

die verstreichende Zeit

die verstreichende Zeit
haben wir aufgehoben und in unsere Taschen gesteckt
voller Löcher und unnützem Tand für den
alles eigentlich schon lange stehengeblieben ist
als der Zeiger aufgehört hat zu schlagen
und der Rest der angestauten Momente herausgelaufen ist
durch die Löcher im Stoff
es sieht so aus als ob
irgendjemand von uns eine Spur von Sand hinter sich hergezogen hat
wie eine Spur von Brotkrumen
anhand derer uns einmal jemand finden wird
in unserem leeren Haus
mit seinem angehaltenen Atem
dort wo Staubkörner sich träge im Sonnenlicht wiegen welches
hereinströmt durch die Fenster
ohne vorher anzuklopfen
ein unhöflicher Gast
und doch wenn ich könnte würde ich gerade dieses Stück Raum einfangen
herausschneiden
und mitnehmen wo immer ich hinginge
und laufen lassen immer wieder laufen lassen
bis ich mich an nichts anderes mehr erinnern kann
doch ich möchte nicht
und wenn ich könnte dann würde ich dann würde ich
dann würde ich dann würde ich
dann würde ich

die verstreichende Zeit